portrait: lina wassong

am samstag den 23.04.2016 wird sich das trafolab in ein fashion tech studio transformieren. modebegeisterte bekommen die chance im rahmen eines workshops fashion und technik miteinander zu verknüpfen. die veranstaltung geschieht in kooperation mit betatestr und der fahmoda akademie und wird angeleitet durch die aufstrebende designerin und autorin lina wassong.

lina wird mit uns tiefer in die thematik „e-textiles und wearables“ eintauchen und anschließend gemeinsam mit allen teilnehmern mit licht und mode experimentieren. vorab baten wir die designerin zum interview und fragten nach was die workshop teilnehmer eigentlich zu erwarten haben und wie sie die zukunft der mode sieht.

trafolab: hast du die besten ideen am morgen oder am abend?

lina: Manchmal abends, aber meistens Nachts, wenn ich nicht schlafen kann.

trafolab: mit welchem projekt/ workshop kommst du ins trafolab und was haben die teilnehmer zu erwarten?

lina: Wir werden Wearables bauen, also Elektronik in Bekleidung integrieren. Dafür benutzen wir LEDs und Mikrocontroller, die extra für diese Zwecke entwickelt wurden. Die Bauteile lassen sich mit leitfähigem Garn in Bekleidung rein nähen und es muss nicht gelötet werden. Also ein sehr gutes Einsteigerprojekt für alle, die noch nicht so viele Elektronik-Kenntnisse haben, aber in diesem Bereich gerne mal etwas ausprobieren möchten.

trafolab: welches ist deine erste erfahrung mit licht?

lina: Erste Erfahrungen mit Licht, bezogen auf mein erstes Fashion Tech Projekt waren einnähbare LEDS und ein kleiner vorprogrammierter Mikrocontroller, den ich in ein Oberteil genäht habe. Es war viel Arbeit und es ist relativ schnell kaputt gegangen, aber ich habe dabei viel gelernt. 

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Monitor Dress, Design: Lina Wassong

trafolab: wer hat dich in deiner zeit in los angeles am meisten geprägt und was denkst du können die deutschen von den amerikanern lernen?

lina: Die positive Einstellung der Amerikaner hat mich am meisten geprägt. Egal ob an der Supermarktkasse oder in der offenen Werkstatt; jeder ist immer sehr freundlich, interessiert und hilft gerne aus.

trafolab: welche innovation der letzten 10 jahre hat dich am meisten beeindurckt?

lina: Die schnelle Entwicklung von autonomen Fahrzeugen. Es ist faszinierend, dass Autos bereits mit der Technik ausgestattet sind, um alleine fahren zu können. Doch bis sich die Verbraucher an den Gedanken gewöhnen, nicht mehr hinter dem Steuer sitzen zu müssen, wird es wohl noch etwas dauern.

trafolab: welche technische funktion hättest du gerne in deinen körper eingebaut?

lina: Die unterschiedlichsten Sensoren, um Umweltveränderungen besser wahrzunehmen, wie beispielsweise einem Abstands-Sensor im Rücken. Oder ein GPS-Modul, um leichter den richtigen Weg zu finden, kann bestimmt auch sehr hilfreich sen. Außerdem hätte ich noch gerne einen Chip implementiert, auf dem Daten wie z.B. eine Fremdsprache gespeichert werden können, um diese dann perfekt zu beherrschen.

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Equalizer Skirt, Design: Lina Wassong

trafolab: wie siehst du die zukunft der fashion branche?

lina: Es wird sich einiges in der Fashion Branche durch Technik ändern werden. Zum Beispiel wird in naher Zukunft das online Shopping durch 3D Simulatoren vereinfacht werden. Der Kunde kann die Kleidungsstücke vorher virtuell anprobieren und muss die Teile nicht in mehreren Größen bestellen, um am Ende doch wieder alles zurück zu schicken. In ferner Zukunft hoffe ich, dass unsere Bekleidung durch integrierte Technik wandelbarer wird. Das würde der Fast Fashion Industrie etwas die Luft nehmen und den riesigen Verbrauch an Rohstoffen eindämmen.

trafolab: auf deiner website steht, dass du gerade an einem buch über wearables und e- textiles schreibst. wenn du es in drei worten beschreiben müsstest, welche wären das?

lina: Inspirationen –  Grundlagen – Umsetzen